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30.Nov 09|Netzwerk Musik Saar präsentiert:

»La fabbrica illuminata«

Die Maxime Luigi Nonos, eines der wichtigsten Vertreter der musikalischen Moderne, war immer, dass Neue Musik nicht sich selbst genüge, sondern einen gesellschaftlichen Auftrag zu erfüllen hätte. Musik sollte beides verbinden, politische Positionen und neueste Kompositionstechniken. Eine
der Kompositionen, die dieses Credo am besten sinnfällig werden lassen,
ist »La fabbrica illuminata« (1964) für Sopran und Tonband. Das Stück thematisiert die Arbeitsbedingungen in einem italienischen Stahlwerk.
Ausgehend von diesem Stück werden Schülerinnen und Schüler in einem Workshop eigene Kompositionen entwerfen, die sich mit den Bedingungen
der heutigen Arbeitswelt auseinandersetzen. Nonos Werk dient dabei als kompositorische Matrix, Grundlage der Tonbandkomposition bilden nun Aufnahmen der Geräuschwelt heutiger Arbeitsplätze, z. B. in einem Softwareunternehmen, einem Kraftwerk etc.

* Das auf vier Jahre angelegte Projekt »strukturwandel – neues hören und sehen« hat sich der ästhetischen, künstlerischen, musikalischen und pädagogischen Aufarbeitung des momentan bestimmenden Themas »Strukturwandel« im Saarland verschrieben.
»strukturwandel – neues hören und sehen« ist Teil des bundesweiten Netzwerks Neue Musik, das die Kulturstiftung des Bundes zur Vermittlung Neuer Musik initiiert hat.

Mit seiner inhaltlichen Ausrichtung möchte Netzwerk Musik Saar aufzeigen, dass mit zeitgenössischen musikalischen Mitteln auch wirtschaftliche und gesellschaftliche Prozesse beschrieben und begleitet werden können. Innerhalb des Programms finden neben zahlreichen Konzerten auch Workshops statt, in denen Kinder und Jugendliche sich an neuen musikalischen Ausdrucksformen erproben können.
Auch bei »La fabbrica illuminata« sollen nun mit Schülern Kompositionen erarbeitet werden, die sich mit der heutigen modernen Arbeitswelt beschäftigen. Grundlage werden Tonaufnahmen aus Arbeitsprozessen sein, die von den Schülern elektronisch weiterverarbeitet werden.
Die Ergebnisse sollen einen Eindruck davon vermitteln, wodurch sich moderne Arbeitsplätze akustisch auszeichnen, wie sich die Arbeitsbedingungen gegenüber früher verändert haben und welchen Einfluss Technik auf die Wahrnehmung hat.

Geleitet wird der Workshop von Stefan Fricke und Stefan Zintel
Teilnehmen werden 14 Schüler der 10. Klasse (Wahlfach Musik) des Gymnasiums Ottweiler mit ihrer Musiklehrerin Eva Risch.
Als Kooperationspartner konnten die Unternehmen IDS Scheer, Saarstahl AG und Evonik gewonnen werden.

Zum Ablauf
Vorbereitend findet im Rahmen einer normalen Unterrichtsstunde ein Hörspaziergang statt, der als Wahrnehmungsübung gedacht ist.
Am 30. November werden die Schüler/Innen ab 8 Uhr in die Technik eingeführt; anschließend fahren sie in drei getrennten Gruppen zu den beteiligten Unternehmen, so dass ab ca. 11 Uhr jeweils eine Gruppe in einer der oben genannten Firmen Aufnahmen macht.
Am Dienstag, 1. Dezember beginnt dann die eigentliche Kompositionsarbeit (am Computer).
Damit die Schüler zu einem möglichst eigenständigen künstlerischen Ergebnis kommen, wird ihnen Luigi Nonos Werk »La fabbrica illuminata«, das dem Workshop als kompositionstechnisches Paradigma zugrunde liegt, erst in einer späteren Unterrichtsstunde vorgestellt.

Die bei dem Workshop entstandenen Konpositionen sollen der Öffentlichkeit präsentiert werden; ein Termin wird noch bekannt gegeben.

Erläuterungen zum Projekt »strukturwandel – neues hören und sehen« stehen hier online;
Informationen zum Netzwerk Musik Saar finden Sie unter www.netzwerk-musik-saar.de.

 

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